Der Osterhase zu Besuch…

Als wir klein waren, war Ostern etwas ganz Besonderes.
Kindliches Kribbeln im Bauch und kleine tapsige Schritte im rosafarbenen Prinzessinnenschlafanzug durch die Wohnung. Kulleraugen, die jede Ecke abscannten, ob sich denn da wohl ein Osternest unter dem Interiordesign der Eltern versteckt hatte.

Als wir größer wurden, gesellte sich zum Osterhasen für einige Jahre das Pubertier (also wir) dazu.
In der Zeit wäre wohl ein überdimensionaler Schmunzelhase für die Eltern fällig gewesen. Schokoeier wurden ersetzt durch Handykarten, damit man auch im Skiurlaub mit seinem Schwarm aus der 5. Klasse die erste digitale SMS in schwarz weiß auf seinem total hippen Siemens-Tastenhandy mit Antenne ausprobieren konnte.

Als wir dann noch älter wurden, wich das Osternest dem traditionellen Familienkaffee bei der buckligen Verwandtschaft.
Daran war auch eigentlich nichts auszusetzen. Wollen wir nicht alle ein wenig Gewohnheit in unserem schnelllebigen Großstadtleben?
Onkel W., der immer so tat, als ob die Nase juckte und irgendwie doch bohrte…
Cousine L., die mal wieder eine Flappe zog, weil das Osternest (das mittlerweile mehr einer Ostergeschenkeskalation ähnelte, als einem Nest) mal wieder nicht das Richtige beinhaltete…
Eine neue Aprikosensorte auf der Torte, worüber die Gesellschaft am Tisch einen ausgiebigen Vortrag erhielt, dass diesmal die Aprikosen nicht aus der Dose, sondern aus dem Glas des neuen Supermarktes waren.

Und mit der Zeit wurden wir noch älter… die Gesellschaft am Tisch erweiterte sich um Schwangerschaftsbäuche oder breitere Hüften…
Und da saßen wir nun, immer noch Single und auf der Suche nach irgendetwas, was wir nicht so wirklich definieren konnten. Jetzt bescherte uns der Osterhase ein ganz besonderes Geschenk. Fragen, auf die wir uns zwar mental auf der Hinfahrt eingestellt hatten… bei denen wir aber jedes Jahr aufs Neue feststellten, dass wir uns mit einem um einige Etagen gesunkenes Ego wieder auf der Rückfahrt befanden. Auf Fragen folgten Aussagesätze wie… „Also als ich in deinem Alter war…“… darauf folgte eine Aneinanderreihung an sehr motivierenden Worten, ganz besonders für Singles… wie z.B. „Also als ich in deinem Alter war…, da waren deine Tante und ich… ach was sage ich, da waren wir schon läääääängst verlobt. Damals wollten wir ein Auto kaufen, das Studium war fertig und wir hatten bereits seit mehreren Jahren eine gemeinsame Wohnung.“ Ab diesem Zeitpunkt bot uns das Alter einen ganz entscheidenen Vorteil. Man brauchte sich vor der Gesellschaft nicht mehr rechtfertigen, wenn man den gut gebrannten Kräuterschnapps der Uroma ohne wenn und aber sofort mit einem strahlenden Lächeln annahm.

Und jetzt? Jetzt sind wir unser eigener Osterhase. Wir können das Osterfest so gestallten, wie wir es möchten und ertappen uns bei Gelegenheit dabei, dass es uns doch zum einen oder anderen Familienkaffee hinzieht. Allerdings sind wir vorbereitet. Ein ausgetüftelter Osterfluchtplan steht uns zur Verfügung, wenn die Gesellschaft mal wieder besondere Motivation an den Tag legt, die Weisheiten uns zu viel werden und Tinder dieselben Touristen anzeigt, wie jedes Jahr….
Für euch, liebe Singles daheim, gibt es dieses Jahr meine besten hyggeligen Osterfluchtplantipps- von Interior, bis hin zur Balsam für die eigene Seele und das Wohlbefinden. Dieses Jahr schenkt euch der Osterhase etwas ganz besonderes, nämlich Zeit für euch selbst….

Wohlfühlatmosphäre in euren vier Wänden
Ein paar frische Blumen, helle, warme und frühlingshafte Farben, die sich in der Wohnung an mehreren Ecken wiederholen.Zeit für einen selbst gemachten Tee mit frischem Ingwer und Zitrone. Für ein paar Momente die Zeit und den Trubel draußen vergessen. Die Beine hochlegen, sich zurücklehnen im Meer von Kissen? Klingt gut oder? Ich habe mich diese Ostersaison für die Gelb- und Goldtöne entschieden. Ein paar rote Akzente waren diesmal auch mit dabei. Tolle Ostereier in allen passenden Farben findet ihr bei sämtlichen Dekogeschäften. Ich habe meine Ostereier von den letzten Jahren benützt sowie neue dazu gekauft (bei Depot- keine Werbung)

2. Die Torten beim Familienkaffee sprengen jegliche Kalorienzahlen? Die Schlange im Supermarkt für den nächsten Fertigkuchen ist einfach zu lang? Na dann ab in die Küche. Schnappt euch ein paar tolle Rezepte aus dem Internet und backt euren eigenen Osterkuchen, so wie es für euch passt, ob LowCarb oder die volle Ladung Zucker…

3. Draußen ist Aprilwetter, Schnee, Regen und Wind wechseln sich ab? Umso schöner ist es doch, nach einem langen Spaziergang mit Gummistiefeln bei einem heißen Tee am Kamin zu sitzen. Sucht euch Rückzugsorte in der Stadt oder bei euch selbst. Genießt die frische Luft draußen. Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Da darf dann auch der ein oder andere Osterkeks später mehr genascht werden.

4. Ihr habt Freunde zum Osteressen eingeladen und keine Idee für den Esstisch? Schlicht ist immer mehr. Schaut doch einfach mal, ob ihr ein paar Zweige von draußen bekommt. Ich habe dieses Jahr einen Osterkranz auf dem Tisch, ohne viel Schnikischnaki. Das Auge soll ja schließlich keinen Dekoschock bekommen.

5. Dies Jahr gab es zu viele Anschaffungen und es war keine Zeit, einen Osterurlaub zu buchen? Wer möchte denn Ostern schon auf der Autobahn im Stau stehen. Schnappt euch eine gute Freundin, genießt die Zeit zusammen in einem Spa oder gönnt euch ein ausgiebiges Schaumbad und eine Honigmaske. Wellnessklänge dazu und ihr fragt euch: „Bin ich wirklich in meiner Badewanne?“ Und mal ehrlich, was gibt es Schöneres, als im eigenen Bett daheim zu schlafen? Also kein Schmollgesicht, sondern das Beste daraus machen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Ostertage. Also auf die Eiersuche, fertig los…

2018-12-29T13:07:01+00:00März 29th, 2018|interior|0 Comments