Über Landausflüge und Sommerliebinge in der Stadt

Es gibt ja ganz unterschiedliche untersuchte Studien zum Verhalten von Zweibeinern in den Sommermonaten. Singles im Großstadtdschungel daten zum Beispiel doppelt so viel als im Winter. Es werden mehrere Tonnen an Eis verkauft. GroßstädterInnen halten sich bei besonders heißen Temperaturen am liebsten am Rande der Stadt oder in der ländlichen Umgebung auf. Zu diesem Klischee gehöre ich auch. Am Wochenende gehts bei heißen Temperaturen immer aufs Land. Ein Landausflug ist ja eigentlich auch ganz idyllisch. 34 Grad im Schatten. Ein lauer Sommerabend. Ein gutes Buch. Auf dem Steintisch steht eine Karaffe mit kaltes Wasser, gefüllt mit Zitronen und frischen Himbeeren. Diese Ruhe. Ein leichtes Lüftchen kitzelt eure Nase. Süßer Duft von frisch gegossenen Pflanzen um euch herum. Ihr seufzt leise in euch hinein. 

Es ist 20 Uhr. Ihr denkt an nichts bis…. tja… bis… das obligatorische Sommerverhalten eines Neubaugebietes seinen Lauf nimmt. 

Kommen wir zum ersten typischen Handlungsverlauf des Abends. Der Rasemmäher-Dominoeffekt. 

Ihr denkt es bleibt dabei, dass Klaus Werner kurz mal ein Stündchen den sowieso schon viel zu kurzen Rasen mäht? Leider nein. Fängt der erste an zu mähen, löst dies einen nicht endenden Dominoeffekt bis zum Ende der nächsten Straße aus. Das Geräusch eines Rasenmähers im Neubaugebiet muss man ungefähr mit dem Heulruf eines Wolfes im Rudel vergleichen. Mäht der erste los, durchlaufen Baurudeltiere unterschiedliche Gefühlsstadien, die von der ersten Unruhe zu einer Ausspähung am Fenster bis hin zu einem Sprintmarathon in den eigenen Garten führen.  Grashalme werden akribisch nachgemessen, die Grüntöne der Flächen mit denen des Nachbarn verglichen und eine stille Diskussion mit sich selbst geführt, ob Nachbar Heinz nicht doch Recht hatte, den Rollrasen anstelle der Samen vom Gartenhandel genommen zu haben. Was man natürlich nie zugeben würde. Spätestens aber endet das Mähritual im endgültigen Schmollgesicht, wenn das Highlight des Mährituals alle anderen übertrumpft. Der Rasensprenger! oder für die ganz gewagten Leute unter uns, die eingebaute Sprenganlage. Da hilft nur noch eins, seiner Frustration vollen Ausdruck zu geben. Der Rasenkantenschneider wird rausgeholt, um allen zu signalisieren. Wenn ich mähe, dann aber richtig! 

Es ist 21 Uhr. Wir lehnen uns als Großstadturlaubende im Liegestuhl zurück. Lauschen dem Wasserplätschern. Seufzen leise in uns hinein. Der Duft von frisch gemähten Gras weicht einem kohleartigen Geruch, der unseren süßen Sommerabend erneut unterbricht. Es folgt sogleich der zweite Streich des Abends. Der Grillakt. Und das liebe Freude des Neubaugebiebtes ist nicht nur ein Ritual, es ist Feiertag und Bundesligaergebnisse gleichzeitig – oder um es in anderen Worten zu sagen – es ist Frauenfreie Zone. Wer sich nicht mit Grillen auskennt, muss eigentlich nur eine Spritztour in ein Baugebiet machen. Da stehen sie, im vollen Glanze und in voller Pracht, ausgepackt wie in einer Baumarktkatalogwerbung. Die neusten Modelle. Vom Elektrogrill bis hin zum Gasgrill ist alles dabei. Ganz anders als beim Rasenmähen, sorgt der Grillakt aber wieder für eine abendliche Harmonie. Zumindest unter den Männern. Der Satz „Und Werner, wat haste heute druf?“ Steht für die männliche Übersetzung: Ich zeig dir meins, wenn du mir deins zeigst. Bestaunen, probieren und schließlich anerkennendes Nicken sind feste Bestandteile männlicher Gartenkommunikation, die eben auch ohne Worte funktioniert. ….

Es ist 22 Uhr… wir sitzen am Tisch und genießen den leckeren Sommersalat, zu dem wir eingeladen wurden. Ein langer Tag im Neubaugebiet geht zu Ende. Die Rollläden sind bereits runter. Leises Mauscheln auf Terrassen, neuster Klatsch und Tratsch, der natürlich ganz geheim abläuft, damit es alle hören und sehen können. Kindergeschrei und Geschirrgeklapper. Geräusche, die den langen Abend begleiten.  Sommer auf Balkonien in der Stadt klingt da doch gar nicht mal so schlecht, oder? 

Für euch gibt es aus diesem Grund meine Sommerlieblinge für einen Sommer in der Stadt…

  1. Korbliebe: Ob Taschen oder Aufbewahrung. Zeit für sommerliches Stöbern nach Körben. Ihr findet tolle Körbe in den aktuellen Interiorgeschäften, aber auch auf Flohmärkten oder im Internet.

2. Neue Tischsets und Karaffen mit kalten Wasser, frischen Zitronen und Ingwer – mit einem guten Buch auf dem Balkon- der perfekte Sommermoment

3. Neue Spätsommerfarben für Dekoration und Kissenbezüge und frischer Eukalyptus- verzaubert nicht nur das Wohnzimmer in einen herrlichen Sommer. Details wie Muscheln und schwimmende Kerzen sorgen für einen romantischen Sommerabend.

4. Lesemomente, Ruhe und Entspannung tanken – Zeit, das Regal mal aufzuräumen oder für ein kleines sommerliches Clean-Up.

4.

2018-12-29T13:05:04+00:00August 21st, 2018|Allgemein, decor|0 Comments